Spiritualität Wer du wirklich bist

Deinem Ego bist du vorhin auf dem Weg hierher begegnet. Nun möchte ich dir noch mitteilen, wer ich bin, und sehr gerne möchte ich dir dazu verhelfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, wer du in Wirklichkeit bist.

Die Lichtgestalt macht eine fast nicht wahrnehmbare Bewegung mit dem Kopf nach oben, und prompt setzt sich ihr Sessel in Bewegung und schwebt bis kurz unter die Decke, wo er nun gut fünfzehn Meter über deinem Kopf zum Stillstand kommt. Als sie weiterspricht, ist die Stimme keinen Deut leiser oder unverständlicher geworden. Es klingt immer noch so, als würde die Lichtgestalt direkt neben dir sitzen.

Beginnen wir mit dem, was ist. Du sitzt dort unten, bequem in einem Sessel und hörst mir zu. Dabei wirst du es sicherlich so empfinden, dass Du es bist, der mir zuhört. Dem ist aber nicht wirklich so. Nicht Du hörst mir zu, sondern ich sende Informationen aus, in diesem Fall verpackt als Schallwellen, die dein Ohr wahrnimmt und an dein Gehirn weiterleitet. Dort werden diese Informationen dekodiert und erscheinen für dich als Worte, die du hörst. Letztendlich ist es aber so, dass du nichts hörst, denn es gibt nicht wirklich etwas zu hören. Es gibt kein Geräusch an sich, sondern nur eine Bewegung im Raum, die Informationen mit sich führt, die du als Geräusch interpretierst. Somit könnte man sagen, dass du selber das Geräusch bist.

Individuelle Wahrnehmung

Ich weiss, das ist im ersten Moment schwer nachzuvollziehen, aber nimm einfach mal an, dass dem tatsächlich so ist. Ich könnte dir - wenn du dazu in der Lage wärst, die Informationen auf diese Art zu empfangen und in etwas für dich Verständliches umzuwandeln - die inhaltlich gleichen Informationen auch telepathisch mitteilen. Das Ergebnis in deinem Kopf wäre mehr oder weniger gleich. Nun spielt es aber im Prinzip keine Rolle, ob ich dir etwas telepathisch mitteile oder ob ich das, was ich dir mitteilen will, in Form von mit Informationen bestückten Schallwellen zu dir sende. Letztendlich hörst du, was du hörst. Und du nimmst wahr, was du wahrnimmst.

Das, was jetzt so lapidar klingt, spielt für meine Erklärung eine wesentliche Rolle. Betrachten wir das, was ich damit sagen will, einmal global: Wenn es eine tatsächlich feste und starre Realität gäbe, dann müssten und würden alle das Gleiche wahrnehmen. Dem ist aber nicht so. Jeder hört, was er gerade hört, sieht, was er gerade sieht, riecht, was er gerade riecht, schmeckt, was er gerade schmeckt und fühlt, was er gerade fühlt. Da nicht alle gleichzeitig die genau gleichen Empfindungen und Eindrücke haben, muss es so sein, dass das, was tatsächlich da draussen ist, also ausserhalb von dir, innerhalb deiner Wahrnehmung gefiltert wird. Und das ist, was dein Gehirn macht. Du nimmst also das für wahr, was du vorher gelernt hast, was wahr ist. Dir wurde beigebracht, was wahr ist, und da es eine grosse Übereinstimmung in dem gibt, was allen Menschen beigebracht wird, ähnelt sich auch die Wahrnehmung. Die Menschen erfahren ihre kollektive Wirklichkeit.

Unterschiedliche Wahrheiten

Die ist aber nur eine relative Wirklichkeit und keine Absolute. Das, was wahrgenommen wird, wird individuell wahr gemacht, ist also individuelle Realität. Deine Realität ist es derzeit, dort unten in dem Sessel zu sitzen und für dich zu interpretieren, was ich dir mitteile. Somit erfährst du von mir auch nicht unbedingt das, was ich tatsächlich mitteile, sondern du verstehst genau das, was du verstehst. Es wäre gut möglich, dass anstelle deiner Person eine Andere dort unten in dem Sessel sitzt, diese Informationen übermittelt bekommt und etwas völlig Anderes daraus macht. Du interpretierst das, was du wahrnimmst, ein Anderer interpretiert das Gleiche vielleicht auf unterschiedliche Art und Weise. Somit entscheidet dein Bewusstsein darüber, was ich dir mitteile.

Diese - zugegebenermassen für dich vielleicht etwas verwirrende - Vorbemerkung war nötig, um dich dazu anzuregen, das, was ich dir nun mitteile, erstens für dich mit deinem Herzen zu hinterfragen und zweitens, um - wenn dein Herz dir sagt, es ist für dich wahr - dies als deine Wahrheit zu verstehen. Was ich damit ausdrücken will, ist folgendes: Die Menschen streiten sich pausenlos, schlagen sich die Köpfe ein und führen sogar Kriege, weil der Kampf um Wahrheit eines der Hauptspielfelder des menschlichen Egos ist. Wenn die Menschen akzeptieren würden, dass es unterschiedliche Wahrheiten gibt, da Wahrnehmung immer individuell ist, wäre die Welt vermutlich ein deutlich friedlicherer Ort.

Der Aufmerksamkeitsbrennpunkt

Aber kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Wer bin ich und wer bist du? Ich schwebe mit meinem Sessel nicht einfach so an dieser Stelle über deinem Körper dort unten, sondern weil es dem Bild, das ich dir vermitteln möchte, sehr nahe kommt. Auch dieses Bild solltest du nicht als absolute Wahrheit ansehen, sondern als Vorschlag, wie du deine Wahrheit definieren könntest.

ICH BIN dein Höheres Selbst. So lautet eine gängige und weitverbreitete Bezeichnung für das, was ICH BIN. Als dein Höheres Selbst - oder dein wahres Selbst oder dein Göttliches Selbst - BIN ICH dein direkt mit der Urquelle verbundener Götterfunken. ICH BIN der Tropfen aus dem unendlichen Ozean der bedingungslosen Liebe. ICH BIN ein individualisierter Strahl der Sonne, die als Quelle bezeichnet wird. ICH BIN Liebe, Weisheit und Kraft der Quelle, und ich will mich erfahren. Die Erfahrung findet auf vielen verschiedenen Ebenen parallel statt und lässt sich nicht auf einen Aspekt in einer der vielen Dimensionen herunterbrechen. Ich erfahre multidimensional, und um zu erfahren, benötige ich quasi ein Er-Fahrzeug. Das ist die Seele, und um das Bild noch weiter zu konkretisieren, könnte man sagen, dass eigentlich die Seele der Tropfen ist, und ich dass bin, woraus der Tropfen besteht und was ihn zusammenhält. ICH BIN nicht deine Seele, aber ich habe eine Seele, die wiederum ihre spezifischen Erfahrungen in verschiedenen Inkarnationen macht. Eine davon bist du.

Du bist momentan mein Erfahrungs-, mein Aufmerksamkeitsbrennpunkt, da sich mein Bewusstsein gerade in dir und deiner Wahrnehmung fokussiert, und somit ein wesentlicher Teil deines Bewusstseins ist. Nun gibt es ja nicht nur eine Wirklichkeit, nicht nur eine Wahrnehmung und nicht nur eine Erfahrung. Viele davon finden parallel auf unterschiedlichen Ebenen und Zeitlinien statt. Das Hauptaugenmerk liegt aber momentan gerade in dir, in deiner Wahrnehmung, in deinem Erleben. Theoretisch - und auch praktisch - könntest du in eine andere Aufmerksamkeitsebene, in einen anderen Brennpunkt wechseln. Das ist, was im Raum der Herzöffnung auf der Ebene der vorherigen Leben geschehen ist.

Zentren des Seins

ICH BIN für dich also das, was du als deinen Götterfunken bezeichnen könntest. Die Verbindung zu mir findet über zwei Kanäle statt, die aber einen gemeinsamen Weg nutzen, der auch Silberschnur genannt wird. Es gibt Meinungen, die besagen, dass die Silberschnur die Verbindung zur Seele darstellt, ich jedoch schlage eine andere Sichtweise vor. In meinem Bild, das ich dir übermitteln und als mögliche Wahrheit anbieten möchte, ist die Silberschnur ein Lichtkanal, der sowohl deinen physischen Körper, als auch deine Seele mit mir verbindet. Dieser Kanal ist die Verlängerung des im Körper befindlichen Lichtkanals, der die Chakren miteinander verbindet, und durch den die Kundalini aufsteigt.

In deinem Herzen gibt es einen zentralen Bereich, der nicht mit dem Herzchakra zu verwechseln ist, und der eine ganz besondere Rolle spielt. Es ist eine winzige Kammer, die ein Vakuum enthält, und die von Einigen als 5. Herzkammer bezeichnet wird. Einige Mediziner kennen diesen Bereich, wissen aber nichts mit ihm anzufangen. Dieser Raum existiert auf physischer Ebene, ist aber gleichzeitig auch ein feinstoffliches Kraftzentrum deines Seins und Sitz der Essenz deiner Seele. Von hier gibt es auf mehreren Ebenen eine direkte Anbindung an den Lichtkanal, allerdings hat - um es in menschlichen Begriffen und somit verständlicher Sprache auszudrücken - diese Anbindung eine eigene geschützte Leitung innerhalb des Kanals. Diese Leitung führt zu einem weiteren zentralen Punkt im mittleren oberen Bereich deines Kopfes, wo das Bewusstsein sozusagen seinen Hauptsitz hat. In diesen Punkt wird bei einigen Praktiken auch die Sexualenergie gelenkt, die dadurch zur kraftvollen Erneuerung der Lebensenergie wird.

Es ist der gleiche Raum, in den der, den du als Jesus kennst, seine Energie gelenkt hat, wenn er die Worte "Ich bin die Auferstehung und das Leben" gesprochen hat. Dies ist ein sehr mächtiger Raum deines Seins, und wenn du innerhalb deines Bewusstseins eine direkte Verbindung von der 5. Herzkammer zu diesem Zentrum herstellst, kannst du dich über die Silberschnur mit dem Christusbewusstsein verbinden und es gezielt in dein Sein ziehen. Dies allerdings setzt eine sehr hohe Bewusstseinsstufe voraus, was bedeutet, dass dieser Vorgang nur bei entsprechend hoher Eigenschwingung durchgeführt werden kann, darf und sollte.

Deine Seele ist der Lenker deines Körperfahrzeugs. Sie steht mit mir in Verbindung und wünscht sich sehnlichst, dass auch du mit ihr in Verbindung bist. Das, was ich als Verbindung bezeichne, ist keine physische Leitung, sondern eine bewusste Form des Gewahrseins. Deswegen werde ich dir in meinem Vorschlag für gelebte Spiritualität , auf den wir später kommen werden, nahelegen, dich als erstes mit deiner Seele zu verbinden. Ihr werdet beide von dieser Verbindung profitieren.

Göttlich-Männlich und Göttlich-Weiblich

Nun möchte ich abschliessend ein Gesamtbild zeichnen, damit du nachvollziehen kannst, wer du bist und wer nicht und warum du hier bist. Du befindest dich also dort unten in deinem Sessel in einem physischen Körper inmitten einer dir als real erscheinenden Welt und denkst, das Leben, das du führst, ist normal. Ich aber sage dir: Das Leben ist nicht normal - es ist ein ganz aussergewöhnliches Geschenk der Quelle. Als Solches sollte es angesehen werden, wird es aber nicht, da der Teil in dir, den du für dein Ich hältst, nicht darauf ausgelegt ist, Geschenke zu würdigen. Wenn er das tun würde, würde er seine eigene Macht verleugnen müssen, und das würde er niemals tun.

ICH BIN dein Götterfunke, dein Hohes und Wahres Selbst. ICH BIN eine Individualisierung der allumfassenden Quelle, des Göttlichen Seins. Als Fahrzeug für meine Erfahrung dient deine Seele, die dich als ihre Verkörperung in die materielle Welt ausgesendet hat. Im Prinzip hast du dir diese Inkarnation also selbst ausgesucht. Du wusstest, warum du dieses Leben führen wolltest, und du wusstest, dass du das aber - sobald du in diesem Körper stecken würdest - vergessen würdest.

Dein physischer Körper ist ein wahres Wunderwerk und wird durch die liebende Intelligenz und die intelligente Liebe der Quelle mit Liebe, Weisheit und Kraft versorgt. Die liebende Intelligenz erhältst du von mir, und die intelligente Liebe strömt dir von deiner Seele zu. Das ist das Göttlich-Männliche und das Göttlich-Weibliche, das die eigentliche Grundlage deines Seins ist. Beide Anteile trägst du in dir, und sie spiegeln sich auch in deinem physischen Körper wieder, zum Beispiel als linke und rechte Gehirnhälfte, als rechte und linke Körperseite, als Gedanken und Gefühle und als aktive und empfangende Kraft. Dein physischer Körper ist ein eigenes lebendiges Universum, und jede einzelne lebende Zelle trägt ihren Teil zum Ganzen bei. Die intelligente Tätigkeit aller Zellen wird von einem dir nicht bewussten Teil des Bewusstseins koordiniert, das letztendlich Bewusstsein der Quelle ist.

Sinne und Selektionen

Du nimmst dein Umfeld mit deinen 5 Sinnen wahr: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Das, was durch diese Sinne wahrgenommen wird, sind Schwingungen, die an dein Gehirn geleitet werden, das die darin enthaltenen Informationen in eine für dich erfahrbare Realität dekodiert. So weit, so gut. Der Haken daran ist nur, dass diese Informationen gefiltert werden. Du nimmst also nicht alle Informationen wahr, sondern nur die, die für dich einen Sinn ergeben. Und Sinn ergibt das, was du nachvollziehen kannst, da du es vorher gelernt hast. Das hat nun zur Folge, dass du tatsächlich nicht einmal 1% von dem wahrnehmen kannst, was tatsächlich existiert. Ein Grossteil dessen, was existiert, liegt jenseits des von deinen fünf Sinnen wahrnehmbaren Frequenzbereichs. Und das, was innerhalb dieses Wahrnehmungsbereiches liegt, wird stark selektiert. Deine Wahrnehmung ist also - auch, wenn du das anders empfindest - so stark eingeschränkt, dass du quasi blind und taub bist.

In deiner gewohnten Realität fällt dir das aber nicht auf, und so bist du trotz allem oftmals überfordert, da selbst in diesem winzigen - also fast nicht vorhandenen - Ausschnitt dessen, was du von dem, was ist, wahrnehmen kannst, so viele Informationen auf dich einströmen, dass es deine bewusste Verarbeitungsfähigkeit sprengt. Daher ist die Selektion der auf dich einströmenden Informationen ein Schutzmechanismus. Auf diesen kannst du bewusst Einfluss nehmen, indem du festlegst, welche Informationen für dich relevant sind und welche nicht.

Ein falsches Spiel

Nun kommt allerdings noch - neben der schon erwähnten Manipulation deines Bewusstseins und der Einschränkung wichtiger körperlicher Fähigkeiten - das vom Herz in Kopf und Bauch verlagerte Gewahrsein erschwerend hinzu. Das führt dazu, dass du dich in deinem physischen Körper gefangen fühlst und dich vor der dir böse gesinnten Welt schützen musst. Hier kommt dein Ego ins Spiel, das in deinem Leben die Führungsrolle übernommen hat. Es regiert deine Gedanken, steuert deine Gefühle und lenkt damit deine Manifestationskräfte in Bahnen, die nicht dir als Ganzes, dir als Göttlicher Mensch, sondern nur dir als falsches Selbst dienen. Dein Ego gaukelt dir vor, Du zu sein, und du hast dich daran gewöhnt, ihm Glauben zu schenken und seinen Anweisungen Folge zu leisten. Dadurch wirst du im Spiel der Trennung gehalten, unfähig, in die Einheit zurückzukehren und die einzige Wahrheit zu leben, die tatsächlich eine absolute Wahrheit ist: Die bedingungslose Liebe der göttlichen Quelle. Würdest du das tun, wäre dein Leben vollkommen, denn du würdest deinem wahren Selbst dienen, dem Göttlichen in dir und nicht dem falschen Selbst, dem Ego. In dem Fall würdest du die Vollkommenheit, die für dich vorgesehen ist und die in dir ist, zulassen und nicht auf eigene Faust deine eigene Unvollkommenheit erschaffen.

Was du tun kannst, um in deine volle Grösse und Wahrhaftigkeit zu wachsen, werde ich dir nun erzählen, aber dafür möchte ich mich wieder zu dir auf Augenhöhe begeben. Einen kurzen Moment später steht der Sessel wieder neben dir, und dein Hohes Selbst blickt dich liebevoll an.