Spiritualität Freier Wille

Du siehst: ICH BIN Vollkommenheit, und ich entfalte mich in Vollkommenheit. Das ist eine wundervolle Erfahrung.

Das Bild verblasst, die natürliche Umgebung verschwindet und der Raum zieht sich wieder zusammen. Du sitzt wieder in der weissen Turnhalle, Decke und Wände sind wieder fest, und nun steht plötzlich ein zweiter Sessel neben dir. Da verändert sich die Sonne über deinem Kopf, es sieht aus, als würde sie sich verflüssigen. Sie verformt sich, wird kleiner - und lässt sich auf den Sessel neben dir fallen. Jetzt sitzt da die strahlende Lichtgestalt, die dich aus dem Raum der Herzöffnung geführt hat.

So, und nun werde ich dir erzählen, wer du eigentlich bist, warum du hier bist und was so alles schiefgelaufen ist.

Der Plan geht auf

Alles begann - wie immer - mit einem Impuls. Wie wäre es, wenn ich ein eigenständiges Abbild von mir erschaffe, ausgestattet mit meinen Fähigkeiten, und somit in der Lage, durch meine an ihn weitergereichte Liebe, Weisheit und Kraft, ebenfalls zu erschaffen? Die Aufgabe war komplex, denn ich musste mir dafür nicht nur die Blaupause für etwas Neues, Eigenständiges ausdenken, sondern ich musste mich selber erkennen und meine allumfassende Essenz, mein Sein, duplizieren, dabei aber gleichzeitig ein klein wenig einschränken, denn ich war ja schon Alles, was ist, und konnte und wollte somit kein zusätzliches Alles, was ist, erschaffen.

Aber die Idee war gut - und die Umsetzung auch. Ich erschuf Göttliche Schöpferwesen, die meine Liebe, Weisheit und Kraft einsetzten, um aus sich heraus das zu tun, was bisher nur ich tat: intelligentes Leben, individuelle Erfahrungen und sich ausdehnende Welten erschaffen. Der Plan ging auf: Diese von euch Menschen Schöpfergötter genannten Wesenheiten erweiterten mein Bewusstsein zu ihrem Bewusstsein, nutzten meinen Geist als ihren und erschufen harmonische Welten, in denen sich das Leben frei entfalten konnte. Sie taten, was ich tat, und sie machten es gut. Sie waren meine Ausdehnung in unterschiedlichste Ebenen und Dimensionen, und sie hielten in diesen Ebenen und Dimensionen mein Bewusstsein und erweiterten es in meinem Geist.

Eine mögliche Wahl und ihre Folgen

Natürlich musste und habe ich ihnen die dafür nötige Freiheit überlassen, so dass sie selber entscheiden konnten, was sie erschufen. Das war ja letztendlich auch der Kern des Experiments, denn wenn ich ihnen vorgegeben hätte, was sie erschaffen sollen, dann hätte ich es auch gleich selbst tun können. Also übertrug ich ihnen nicht nur meine Macht und Verantwortung, sondern stattete sie mit einem freien Willen aus. Das war unbedingte Voraussetzung dafür, dass sie eigene Entscheidungen treffen konnten.

Das alles hat lange Zeit richtig gut funktioniert und entsprach meinem Wunsch und meiner Idee, die Schöpfung und somit meine Möglichkeiten weiter auszudehnen und zu erweitern, um neue, nicht direkt aus mir, der Quelle, stammende Erfahrungen zu machen.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, und was auch nicht vorgesehen war, war, dass sich meine Gehilfen von mir abwenden würden. Aber genau das geschah - und musste wohl auch geschehen, denn die Freiheit der Wahl beinhaltet natürlich die Möglichkeit, etwas anderes zu wählen als das, was ich vorgesehen hatte. Und so kam es, wie es kommen musste. Einer meiner Söhne, und er war ausgerechnet einer der Besten, entdeckte die Möglichkeit, nicht mehr meinen Willen zu tun, sondern seinen. Er dachte, das, was die Anderen können, kann ich besser. Ich werde es besser machen, schöner machen, perfekter machen.

Und damit fiel er aus meinem Licht und erschuf die Dunkelheit. Nicht, dass sie tatsächlich Dunkel war. Diese Dunkelheit war ebenso lichtvoll, aber was ihr fehlte, war meine Liebe. Durch den Fall dieses Engels entstand die Dualität, die Einheit wurde getrennt und eine Welt erschaffen, die es ermöglichte, jenseits der Einheit in der Dichte scheinbarer Materialität den Weg der Erkenntnis zu gehen. Letztendlich bin ich ihm dankbar für das, was er erschaffen hat, auch, wenn es oftmals sehr schmerzvoll ist. Aber dadurch wurde die Erfahrung von Mitgefühl ermöglicht.