Gedanken Blogbeitrag

25/11/17

Ich bin nicht meine Kleider

Heute morgen weckte mich Selina mit dem Satz Ich bin nicht meine Kleider. Als erstes dachte ich Klar, das weiss ich und wollte weiterschlafen. Aber dann war ich schlagartig wach. Was für eine wunderbare Metapher!

Heute morgen weckte mich Selina mit dem Satz Ich bin nicht meine Kleider. Als erstes dachte ich Klar, das weiss ich und wollte weiterschlafen. Aber dann war ich schlagartig wach. Was für eine wunderbare Metapher! Dieser Satz beschreibt exzellent, was derzeit bei uns Am Berg geschieht, und gleichzeitig enthält er versteckte Hinweise darauf, wie wir mit dem, was wir erleben, umgehen können.

Vielleicht sollte ich zuerst einmal darauf hinweisen, was eigentlich gerade bei uns - wie bei vielen Anderen auch - los ist. Ich habe schon viel darüber geschrieben, möchte es an dieser Stelle aber noch einmal verdeutlichen, denn der Prozess von Erkennen, Annehmen, Loslassen, Integrieren und Lieben führt unweigerlich zur Transformation des Menschen, wenn er ihn versteht und sich darauf einlassen kann.

Wir holen uns momentan die letzten Seelenanteile zurück, die wir noch nicht integriert haben. Verstärkt haben sie mit der Aufgabe zu tun, durch die das Göttliche sich durch uns ausdrücken möchte und beinhalten Fähigkeiten, mit denen wir den Herausforderungen der kommenden Zeit begegnen können. In vielen Leben und unendlich vielen Erfahrungen sind Anteile unserer Seelenenergie abgespaltet worden. Sie haben sich mit anderen Seelen und Situationen verbunden und stehen noch in energetischer Abhängigkeit zu ihnen. Oftmals werden einige dieser emotional verletzten Anteile mit dem Inneren Kind beschrieben, was einerseits durchaus stimmig ist, meiner Meinung nach aber oftmals fehlinterpretiert wird. Das Innere Kind in der Form, in der wir es in den Arm nehmen, um es dann mit dem Gewahrsein, dass wir im Kern eine reine und unschuldige Seele sind und immer waren, zu heilen, ist nur ein Teil des Integrationsprozesses. Tatsächlich geht es darum, die verletzten Selbste zurückzuholen, zu harmonisieren und die gelebte Erfahrung als Seelenweisheit anzunehmen. Dafür ist der Prozess der Vergebung von grösster Wichtigkeit. Mit dem Wissen, dass die Göttliche Urquelle niemals urteilt, dürfen wir uns der Gnade der Vergebung anvertrauen, wenn wir bereit sind, Mitgefühl für uns und alle Beteiligten zu empfinden, sowie das Gelernte zu integrieren.

Wir haben in diesem und anderen Leben Situationen durchlitten, bei denen wir verletzt wurden oder Andere verletzt haben. Diese schmerzhaften Erfahrungen haben wir aus Selbstschutz vergessen. Mit jeder neuen Inkarnation schleppen wir ungelöste Situationen mit uns herum, die uns nicht bewusst sind. Diese Kleidungsstücke sind noch im Chaos der vielen Leben verstreut, der Koffer der Erdenerfahrung ist unvollständig. Doch das Gesetz des Karmas kreiert in jedem neuen Leben Situationen, die uns diese ungelösten Erfahrungen zurückbringen. So ist unsere Seele in der Lage, Lebensthemen bis zur Auflösung zu erfahren. Die Kleider, die wir in anderen Leben verloren haben, liegen plötzlich vor unseren Füssen, schmutzig aber irgendwie auch bekannt. Jeder dieses Kleidungsstücke war Teil einer Rolle, die wir gespielt haben, ein Aspekt des Erfahrungsspiels Leben in der Dreidimensionalität auf Erden.

Tja, und jetzt holen wir uns bewusst unsere Kleider zurück, denn das Spiel neigt sich dem Ende zu. Eines nach dem Anderen. Wir sammeln sie auf, reinigen sie und legen sie dankbar zurück in unseren Koffer. Das ist, was durch Erkennen, Annehmen, Loslassen, Integrieren und Lieben, geschieht. Wir erkennen allmählich die Rollen, die wir gespielt haben und bereinigen die emotionalen Anhaftungen, indem wir akzeptieren, was geschehen ist und uns und den Anderen vergeben. Das Vergeben ist ein Schlüssel, um die Anhaftungen an karmische Ereignisse zu neutralisieren. Das setzt voraus, in die Stille des eigenen Herzens zu gehen, um in die Göttliche Weisheit einzutauchen. Es setzt voraus, offen und mutig zu sein, wirklich hinzusehen und nicht die Lösung im Aussen zu suchen. Nur so können wir das, was in uns unvollständig war, bereinigen und integrieren.

Und so geht es bei unserem Weg nach Hause nicht nur um das Erfahren und Erleben, sondern auch um das Annehmen und Integrieren von Allem, was wir je durchlebt haben. Nur, wenn diese Arbeit vollständig stattfindet, können wir als ganze Seele weiterreisen. Ansonsten spielen wir dieses Spiel solange, bis das Theater geschlossen wird und wir auf einem anderen Planeten irgendwann einmal erkennen, annehmen, loslassen, integrieren und lieben lernen wollen. Wir können nur Vollständig weitergehen, und das Ganze beinhaltet alle Teile, und alle Teile müssen funktionieren, also heil sein.

Ich bin nicht meine Kleider. Das beinhaltet auch den Hinweis darauf, dass wir Kleider haben, aber nicht die Kleider sind. Ich bin nicht die Rolle, in die ich schlüpfe. Das Ich Bin ist der Schauspieler, der sich die Rollen ausgesucht hat, um sich in sie hineinzuversetzen und sie zu spielen. Das Ich Bin wird zu einer Rolle, die sich perfekt spielt. Und beim Spielen hat der Schauspieler vergessen, dass er der Schauspieler ist und denkt, er wäre die Rolle und diese Rolle sei das einzige, was es gibt in seinem Leben.

Dem ist aber nicht so: Es gibt viele Leben, und es gibt viele Rollen, und für jede Rolle werden Kleider benötigt, die am Ende wieder eingesammelt und gereinigt werden sollten. Klar: Sonst fehlt ja etwas. Man könnte sagen Die Requisite schrumpft - und wenn Teile fehlen, ist das Ganze nicht vollständig. Das Gute daran ist, dass nichts wirklich verloren geht. Die Kleider verschwinden nicht einfach - sie wurden nur irgendwo liegen gelassen.

Also sammeln wir die liegen gelassenen Kleider wieder auf, flicken die Löcher und reinigen sie. Dann können wir sie zurück in den Koffer der Erfahrung legen und ihn vertrauensvoll unserer Seele überreichen. Erst dann sind wir bereit für das nächste Schauspiel.

Für das, was dann kommt, benötigen wir keine Requisiten. Aber alles Alte muss abgeschlossen, zusammengesammelt und gereinigt sein. Nur dann können wir die Ebene der unterschiedlichen Rollen verlassen und in eine neue Ebene springen. Dort werden wir die alten Kleider nicht mehr benötigen, denn dort wissen wir, dass wir nicht unsere Kleider sind. Wir wissen: Wir sind der Schauspieler und nicht die Rolle, und darum werden wir die nächste Rolle nackt spielen - in der vollkommenen Reinheit und Klarheit, die wir sind.

Freude im Sein,
Selina und Andreas Arthos

 

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